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Geburtsbericht

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Geburt von Lirian am 09.08.2016

Wie schon die Geburt unseres ersten Sohnes (*07.11.2013) sollte auch die zweite Geburt im Geburtshaus, diesmal in Hagelloch, in Begleitung von Chris stattfinden.

21.07.2016 SSW 36+0
Aufgrund des festgestellten Gestationsdiabetes habe ich heute noch mal einen Kontrolltermin beim Gynäkologen. Alles ok soweit. Das Baby ist immer noch männlich, wächst nicht asymmetrisch, ist aber nach wie vor groß. Das Schätzgewicht liegt bei 3200g. Der Termin laut dieser Berechnung wäre der 08.08.2016. Plazenta noch nicht verkalkt, Fruchtwasser ausreichend. Alles gut. Aber der Gyn möchte mich in zwei, spätestens drei Wochen wiedersehen. Ich selbst tendiere dazu erst zum Termin wieder hinzugehen und die restliche Vorsorge bei Chris machen zu lassen, weil mir die Ultraschalltermine auch nicht mehr Sicherheit geben und das Schätzgewicht eben nur ein Schätzgewicht mit großen Abweichungsspannen ist.

28.07.2016 SSW 37+0
Ich hatte in den letzten Wochen immer schon wieder Senkwehen, mein Bauch sitzt schon deutlich tiefer und ich bin wahnsinnig froh, dass nun die Rufbereitschaft begonnen hat. Pünktlich zu diesem Datum habe ich in der Nacht einige Wehen und mein Bauch wird immer wieder deutlich hart. Ich habe einen Termin zum Tapen, da mich meine Symphyse und mein Ilio-Sacral-Gelenk plagen. Bei der Gelegenheit spreche ich die Wehen bei Chris an. Auch ihr fällt der harte Bauch beim Tapen auf und bietet mir an mich zu untersuchen, damit es einen Status quo beim Muttermund gibt. Ich bin glücklich über diesen Vorschlag, war es doch genau das, worum ich sie eh bitten wollte. Bei der Untersuchung kommt heraus, dass der Muttermund schon zentriert, aber leicht seitlich liegt, auf 1,5cm verkürzt und fingerdurchlässig ist. Ich weiß, dass es alles und nichts heißen kann, freue mich aber, dass die Wehen bisher nicht ganz ineffektiv waren.

In den nächsten Tagen habe ich immer wieder Wehen, oft auch in kurzen Abständen von 2-4 Minuten, vornehmlich nachts. Aber sie sind nicht fies genug, um sie veratmen zu müssen.

01.08.2016 SSW 37+4
Heute hat mein Mann Patti Nachtdienst. 6 Tage infolge soll er Nachtdienst haben. Mich stresst die Vorstellung sehr, da ich Angst habe, dass er nach den Nachtwachen sehr lange müde sein wird und mich gegebenenfalls nicht ausreichend unterstützen kann. Am Nachmittag bekomme ich in regelmäßigen Abständen dann Wehen. Sie sind wieder nicht richtig fies, aber ich bin mir unsicher, ob sie nicht doch in Geburtswehen münden könnten. Spätnachmittags rufen wir Pattis Vertretung an und fragen, was ihr lieber wäre in Bezug auf den Nachtdienst: in der Nacht unter Umständen aus dem Bett gerufen zu werden oder den Dienst von Beginn an anzutreten. Sie entscheidet sich den Dienst zu übernehmen. Die Wehen halten bis spät abends an, werden aber nicht intensiver. Ich bin enttäuscht, denn mich stresst die Arbeitssituation weiterhin. Wie soll es morgen arbeitstechnisch weitergehen? Wie kann ich die Wehen ernst nehmen wenn es soweit ist?

02.08.2016 SSW 37+5
Pattis Vorgesetzte ruft an und erkundigt sich nach meinem Befinden. Wir erklären die Situation: weiterhin Wehen, aber Abstände unregelmäßig, Intensität noch nicht sehr stark. Sie ist der Meinung, ich bräuchte jetzt meinen Mann und trägt Patti für die verbleibenden Nachtwachen Urlaub ein, da noch nicht alle (Sonder-)urlaubstage verplant waren. Für eventuell fehlende Tage (maximal 2) könnte man den Urlaub vom nächsten Jahr nehmen. Ich bin erleichtert. Jetzt weiß ich, dass Patti genug Energie für die Geburt und die Zeit danach haben wird. Dennoch bleiben die richtigen Wehen aus. Eigentlich hatte ich auf dieses Datum als Geburtsdatum gehofft. Abends bin ich etwas enttäuscht, dass der Tag vorbeigeht, ohne dass sich etwas tut.

03.08.2016 SSW 38+0
Ich habe Vorsorge bei Chris. Alles gut soweit. Wir vereinbaren den nächsten Vorsorgetermin bei 40+2. An 40+0 soll ich noch einmal einen Ultraschall machen lassen.

Die nächsten Tage verlaufen recht unspektakulär. Immer wieder Wehen. Gerne so, dass sie mich nachts vom Schlafen abhalten. Aber alles ohne, dass es im Geburtsbeginn enden würde. Gut, vielleicht möchte Babychen einfach warten bis meine Eltern da sind, immerhin habe ich meinen Papa dieses Jahr noch gar nicht persönlich gesehen. Vielleicht soll er mich einfach noch einmal hochschwanger sehen.

08.08.2016 SSW 38+4
Meine Eltern sind angereist und wir besuchen sie in der Ferienwohnung. Wir essen Kuchen, unterhalten uns gemütlich und machen noch einmal Erinnerungsbilder. Ich habe immer wieder Wehen, aber sehr leicht. Dennoch steigt bei mir Hoffnung auf, dass es diesmal vielleicht anders wird. Abends gegen 20 Uhr fahren wir nach Hause. Wir bringen unseren Großen ins Bett. Die Wehen werden intensiver, die Abstände sind aber noch groß. Ab halb 10 werden die Wehen heftiger und die Abstände kürzer. Ich muss anfangen sie zu veratmen. Das macht mir Hoffnung, dass es jetzt vielleicht wirklich losgeht. Ich schicke noch einige WhatsApp mit meiner Mama hin un her um sicherzustellen, dass sie in den nächsten Wochen ihr Handy in den Nächten in Hörweite haben wird. Um kurz nach 10 schicke ich Chris eine WhatsApp um zu erfragen ab wann ich sie anrufen sollte in der Nacht, da ich sie nicht unnötig aus dem Bett klingeln will. Leider liest sie die WhatsApp jedoch nicht mehr.

22-23 Uhr
Die Wehenabstände liegen zwischen 10 und 12 Minuten. Ich schau selbst auf die Uhr und merke mir die Abstände und Dauer. Ich freue mich über jede Wehe und versuche zu visualisieren wie sich der Muttermund öffnet.

23-24 Uhr
Die Abstände verkürzen sich auf 5-7 Minuten. Ich bitte Patti sich die Zahlen zu merken, die ich ihm sage, da ich nun langsam ohne Zettel und Stift durcheinander komme. Weiterhin komme ich gut mit den Wehen klar und bin freudig erregt.



09.08.2016 SSW 38+5
0:00-0:55
Ich werde müde und lege mich auf die Seite. Die Wehenabstände werden länger. Ich bin enttäuscht. Doch wieder nur Fehlalarm? Wie soll ich in Zukunft noch die Wehen ernst nehmen? Inzwischen sind die Abstände 15 Minuten und ich bin genervt. Bei 15 Minuten Abständen kann ich zwischen den Wehen zumindest noch schlafen. Um 0:55h treffen wir die Entscheidung ins Bett zu gehen. Wir machen uns fertig und legen uns hin. Ich schlafe seit Beginn der Rufbereitschaft auf einer extra Decke für den Fall, dass die Fruchtblase im Bett platzt. Wie sich herausstellte eine gute Entscheidung.

1:15h
Wir lagen keine 5 Minuten im Bett, Patti war gerade weggedöst, als ich ein Krachen in meinem Unterleib spüre und eine undefinierbare Bewegung. Ich fasse mir an die Unterhose um zu fühlen, ob sie nass wird und springe samt Decke aus dem Bett. Meine Fruchtblase ist gesprungen. Also wird das Baby in den nächsten 24 Stunden wohl doch kommen. YEAH! Ich gehe auf die Toilette. Aha, da hat es wohl meinen Schleimpfropf zerfetzt. Ich bitte Patti mir die Teststäbchen für das Fruchtwasser zu geben. Er fragt, ob das jetzt mein Ernst sei, es wäre doch ziemlich offensichtlich. Ich erwidere, dass ich die Teststäbchen da hab und sie jetzt auch nutzen will, nicht, dass es doch einfach Urin war. Er schüttelt mit dem Kopf, bringt sie mir aber. Direkt aufgelegt verfärbt sich der Streifen nicht. Ich bin enttäuscht. Patti schlägt vor den anderen Teststreifen auf die Unterhose aufzulegen und tatsächlich: blau. War wohl doch ein Blasensprung. :P Ich gehe unter die Dusche. Vielleicht kurbelt das die Wehen an und wer weiß, wann ich das nächste Mal zum Duschen komme. Patti fragt mich, warum ich so ruhig bin. Ich sage: „Es ist nur eine Geburt, nicht mehr und nicht weniger. Außerdem war ich bei der letzten Geburt auch schon so gelassen, wenn du dich erinnerst“. Unter der Dusche kommen die Wehen nicht wesentlich in Schwung, aber ich habe nach wie vor Wehen. Das ist schon mal gut. Patti fragt, ob wir nicht langsam mal Chris informieren sollen. „Wieso? Sie kann doch eh nichts machen. Das Fruchtwasser war klar und ich weiß noch nicht, wie sich die Wehenabstände entwickeln. Sie wird jetzt eh nicht kommen“. Wir einigen uns darauf meine Eltern schon mal zu informieren, weil wir nicht wissen, wie lange sie brauchen werden. Meine Mama hatte sich schon so etwas gedacht und meine Eltern wollen beide herkommen.

1:36h
Die Wehenabstände sind nun doch unter 5 Minuten und die Intensität nimmt zu. Ich entscheide nun doch Chris zu informieren. Meine größte Sorge ist, dass Chris gerade in einer anderen Geburt steckt und hoffe sehr, dass sie müde klingt, wenn ich sie anrufe. :P
Chris: „Hallo?“
Sie spricht sehr leise. Aber sie klingt nicht verschlafen. Ich überlege fieberhaft, was das zu bedeuten hat.
Ich: „Steffi hier.“
Chris: „Warte kurz, ich geh mal eben aus dem Schlafzimmer raus“
Mir fällt ein Stein von Herzen.
Ich: „Oh gut, du hast geschlafen. Dann bist du nicht gerade in einer Geburt. Das beruhigt mich. Ich wollte eigentlich nur anrufen um den Termin für das Tapen und die Akkupunktur heute abzusagen.“ (Ich hätte um 10:30h einen Termin bei ihr gehabt)
Chris: „Wieso?“ Man hört, dass sie irritiert über diese Aussage ist.
Ich: „Ich hatte gerade einen Blasensprung und die Wehenabstände sind nun unter 5 Minuten“
Chris: „Ok. Wie sind die Wehen?“
Ich: „Ich muss sie schon veratmen. Ich weiß halt nicht ab wann es sinnvoll ist, dass du dazu kommst, weil die Abstände schon unter 5 Minuten meist sind, aber sie sind jetzt noch nicht so richtig stark. Meine Eltern sind schon informiert, die kommen so in den nächsten 20 Minuten…“
Sie fragt noch nach meinem Fruchtwasser und Bewegungen des Babys. Ich teile ihr mit, dass das Fruchtwasser klar war und dass sich das Baby bewegt.
Chris: „Ok. Gut. Dann meldest du dich wieder wenn die Wehen richtig fies werden.“
Ich: „Ok.“
Hm, irgendwie bin ich ernüchtert. Ich dachte, sie sagt, dass sie in x Minuten kommt. Nun gut. Dann warte ich halt. Ich weiß nicht so recht wohin mit mir. Stehen mag ich nicht aber Sitzen auf der Couch mit Blasensprung kommt für mich auch nicht infrage. Also setze ich mich im Schneidersitz auf eine Decke auf den Boden. Meine Eltern kommen. Ich begrüße sie und sage ihnen, dass sie sich zu Nuri (unserem Sohn) ins Schlafzimmer legen können. Meine Eltern gucken mich entgeistert an und mein Papa fragt: „Glaubst du allen Ernstes, dass wir jetzt schlafen können?“ Ich sage: „Äh, ja?! Ich würde es tun.“
Papa: „Ne, dazu sind wir viel zu aufgeregt.“
Auch gut, dann halt nicht. Selbst schuld. Meine Mama setzt sich neben mich. Es läuft Olympia im Fernsehen. Patti holt alkoholfreies Radler für sich und meinen Papa. Wir sitzen gemeinsam im Wohnzimmer, unterhalten uns während die Wehen intensiver werden. Ich veratme die Wehen und finde sie inzwischen wirklich fies. Ich frage mich, warum ich diesmal nicht so gut mit den Wehen klarkomme, wie letztes Mal. Zwischen den Wehen mache ich Scherze. Es ist meine Art mit der Situation umzugehen. Von meinen Eltern ernte ich den einen oder anderen unverständlichen Blick. Ich schaue auf die Uhr, es sind erst wenige Minuten seit dem Telefonat mit Chris vergangen. Wenn die Wehenabstände und die Intensität bis zwei so anhalten, rufe ich Chris an.

1:57 Uhr
Nun möchte ich Chris aber wirklich hier haben und rufe an. „Hi Chris, ich schon wieder. Die Wehen sind jetzt wirklich fies.“
Chris: „OK, in 20 Minuten bin da.“

2:25 Uhr
Chris trifft ein, findet mich Wehen veratmend auf dem Boden im Schneidersitz vor. Sie untersucht mich und stellt fest, dass ich 3-4cm eröffnet bin. Irgendwie bin ich enttäuscht. Wenn die Wehen so fies waren und ich erst 3-4cm eröffnet bin, wie soll ich nur die Geburt überstehen? Ich hadere sehr mit mir. Bei der letzten Geburt waren die Wehen so entspannt, ich konnte sie gut veratmen und war ganz bei mir. Diesmal sind sie echt schwer zu veratmen. Immerhin verabreden wir uns sofort fürs Geburtshaus. Ich bin erleichtert. Endlich in die Wanne! Patti läd die Tasche ins Auto, ich suche noch die letzten Sachen zusammen und dann machen wir uns auf den Weg zum Auto. Chris ist bereits vorgefahren und bereitet schon alles vor. Auf dem kurzen Weg zum Auto muss ich 7-8 Wehen veratmen. Immer wieder bleibe ich stehen und hadere mit mir. Ich bin unzufrieden mit mir, weil ich so schlecht mit den Wehen klarkomme. Patti fährt den Wagen vor, sodass ich nicht so weit laufen muss. Zum Glück dauert die Fahrt nur wenige Minuten.

2:55 Uhr
Ich komme im Geburtshaus an. Alle Räume sind in ein sanftes Licht getaucht, es herrscht eine schöne Stimmung, es ist richtig einladend. Ich fühle mich direkt wohl und sicher. Chris fragt wo ich hinwill. Ich höre schon das Wasser rauschen, zeige auf das Badezimmer und sage nur „Wasser“. Chris lacht während ich zielstrebig Richtung Bad gehe. Im Badezimmer sorgt eine Lampe in Sternenform für indirektes und sehr sanftes Licht. Es sind Kerzen aufgestellt, die eine heimelige Atmosphäre schaffen. Ich gehe noch zur Toilette, ziehe mich aus und werfe einen Blick in die Wanne. Dabei denke ich: „Hoffentlich wird die Wanne noch voll bevor das Kind kommt.“ Mein Verstand relativiert den Gedanken sofort. Ab hier wechseln meine Gedanken zwischen Bauchgefühl und Verstand hin und her. Ich finde das Wasser sehr angenehm, dennoch komme ich schlecht mit den Wehen klar. Außerdem schwitze ich stark. Das nervt mich.

3:15 Uhr
Chris hört die Herztöne. Alles gut. Ich suche immer noch nach einer Position in der ich die Wehen gut aushalten kann. Aber egal was ich mache, die Wehen bleiben einfach fies. Letztlich entscheide ich mich dazu kniend zu bleiben und den Kopf auf den Wannenrand zu stützen.

3:20 Uhr
Ich bitte Patti um einen kalten Waschlappen. In den nächsten Minuten bitte ich einige Male ihn wieder nass zu machen. Patti textet mich zu statt mir den Waschlappen wieder kühl zu machen. Ich fahre ihn an: „Quatsch nicht, mach.“ Er und Chris lachen. Ich denke mir, dass sie ja gut Lachen haben, sie müssen ja nicht diese fiesen Wehen aushalten. Patti redet mit Chris. „Diesmal ist Steffi gar nicht im Tunnel. Sie ist die ganze Zeit voll ansprechbar. Letztes Mal war das anders. Da war sie im Tunnel.“

Ich denke mir: „So ein Blödsinn, letztes Mal habe ich auch alles mitbekommen. Aber es stimmt schon, mit den Wehen bin ich letztes Mal besser klar gekommen. Ich weiß nicht, was dieses Mal anders ist. Wie kamen wir überhaupt auf die Idee über ein drittes Kind nachzudenken? Zwei Jungen zu haben ist doch schön….“

So im Nachhinein würde ich vermuten, dass es sich hierbei um die Übergangsphase gehandelt hat.

3:25 Uhr
Chris fragt, ob es für uns ok wäre, wenn die Hebammenschülerin dazu käme. Ich habe gerade keine große Lust zu antworten. Da kommt eine Wehe. In der Geburtsdokumentation steht: „Steffi tönt etwas.“ Chris sagt, dass ich die Wehe erstmal veratmen und dann antworten soll. Als die Wehe überstanden ist, denk ich aber immer noch nicht daran zu antworten. Dabei steht meine Entscheidung schon längst fest. Wer so einen wichtigen und tollen Beruf ausüben will, soll auch die Chance bekommen an möglichst vielen Geburten teilzunehmen. Als Chris nochmal fragt, stimme ich zu. Chris ruft Annika an, sagt ihr sie solle sich in Ruhe anziehen und in Ruhe losfahren. Mein Bauchgefühl meldet sich als ich das Gespräch verfolge. Ich denke: „In Ruhe? Dann wird sie zu spät sein, sie wird sich schon beeilen müssen, wenn sie bei der Geburt dabei sein will.“ Ich bin mir nämlich sicher schon leichten Pressdrang gespürt zu haben. Aber auch hier wiegelt mein Verstand ab. Das kann ja gar nicht sein, ich war ja gerade erst bei 3-4cm. Da kann das jetzt noch kein Pressdrang gewesen sein. Mein Ilio-Sacral-Gelenk schmerzt. Patti soll es massieren. Vielleicht ist das Kind doch schon tiefer gerutscht. Chris schlägt Patti vor in die Wanne zu steigen.

3:34 Uhr
Er zieht sich um und kommt in die Wanne, massiert mein Kreuzbein weiter. Ich denke: „Er hätte ruhig etwas länger über dem Wannenrand hängen und mich massieren können. Für mich ist es ja auch nicht bequem. Und wer bringt mir jetzt kalte Waschlappen?“ Dann kommt schon die nächste Wehe. Ich habe eindeutig Pressdrang, keinen Zweifel. Ich fühle mit der Hand zwischen meine Beine und tatsächlich, man spürt schon das Köpfchen. Ich merke auch, wie es sich im Becken tiefer schiebt. Ich bin verwirrt und sage etwas panisch zu Chris: „Ich habe Pressdrang!“ Chris antwortet darauf ganz ruhig: „Dann schieb mit.“ Ich bin schockiert. Mein Verstand denkt: „Wie kann sie das nur einfach so sagen ohne Untersuchung? Wenn mein Muttermund nicht vollständig eröffnet ist, zerfetz ich mir den doch, wenn ich jetzt mitschiebe.“

3:36 Uhr
Die nächste Wehe rollt an und ich habe keine Wahl als mitzuschieben. Ich habe meine Hand zwischen meinen Beinen und spüre wie das Köpfchen kommt. Erstaunt stelle ich fest: „Das Köpfchen ist bereits geboren!“ Chris fragt, ob es vollständig geboren ist. Ich fühle genauer. „Nein, nur bis zur Nase!“

3:37 Uhr
Es folgt die nächste Wehe und der Kopf ist vollständig geboren. Chris fordert uns beide auf die Hand am Köpfchen zu halten.

3:38 Uhr
Da kommt schon die nächste Wehe und unser zweiter Sohn wird vollständig geboren – in unsere Hände. Ich hebe ihn aus dem Wasser, nehme ihn zu mir an die Brust und lehne mich an Patti. Ich bin überwältigt und verstehe nun warum ich nicht so gut wie letztes Mal mit den Wehen klarkam: es ging einfach alles sehr schnell. Ich bin versöhnt und dankbar für diese wahnsinnige, kraftvolle Erfahrung.

Wir kuscheln schon längst und haben schon einige Fotos gemacht als Annika hereinkommt. Überflüssig zu erwähnen, dass die Zweithebamme keine Chance hatte rechtzeitig da zu sein.

Der erste Kommentar von Chris war: „Die nächste Geburt solltet ihr als Hausgeburt planen.“

Wir danken Chris und dem gesamten Team für die schöne gemeinsame Zeit bei den Vorsorgen und für die Ermöglichung dieser traumhaften Geburt.

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