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Geburtsbericht

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Geburt von Bela Leo am 03.08.2018

Es sind endlich die ersten warmen Februar Tage angebrochen und wir haben beschlossen zur Feier des Tages im Garten zu grillen. Du sitzt im Hochstuhl und mampfst eine Gurke, bist so zufrieden und beschäftigt – schon ein richtiges kleines Kind! Das letzte mal, dass wir gegrillt haben war der 2.August 2018. Dein ET. Ich hatte morgens schon leichte wehen und wir hatten einen Termin bei Chris für ein CTG. Leichte Wehentätigkeiten waren zu sehen und sie verabschiedete uns mit den Worten „vielleicht bis heute Nacht, vielleicht bis morgen, wer weiß das schon so genau“ aber ich wollte dich so gerne so schnell wie möglich bei mir haben. Es war unfassbar heiß, meine Beine waren vom Wasser geschwollen und ich hatte einfach keinen Bock mehr auf schwanger sein. Also entschied ich mich für eine kleine Wanderung mit meiner Mutter und den Hunden zur Wurmlinger Kapelle. Alle 7 Minuten musste ich stehen bleiben um die Wehen zu veratmen. Ich hatte noch nie so einen anstrengenden Spaziergang! Wieder zuhause beschlossen wir zu grillen, wir hatten Freunde eingeladen und ich zwang mich dazu viel zu essen, wer weiß schon wofür ich die Kraft noch gebrauchen konnte. Die wehen blieben und ich verbrachte den restlichen Abend auf dem Pezziball. Vor dem Schlafen gehen stieg ich noch in die Wanne. Ich hoffte auf ein weggehen oder verstärken der wehen aber weder noch war der Fall. Am Telefon meinte Chris ich soll mich bei ihr melden wenn ich aufgrund der wehen nicht mehr liegen möchte sondern das Bedürfnis habe zu laufen. Ich war aufgeregt, die Tasche für Das Geburtshaus war gepackt, Lexi hatte Urlaub, unser Hund war bei meiner Mutter. Um ca Mitternacht war es dann soweit und ich rief Chris an, wir verabredeten uns im Geburtshaus um 1 Uhr.
Im Geburtshaus wurden wir von einer entspannten und gut gelaunten Chris empfangen. Die Atmosphäre war sehr gemütlich! Mein Muttermund war aber kaum offen, weshalb sie mir vorschlug noch in die Wanne zu gehen. Das warme Wasser tat unglaublich gut. Lexi und ich unterhielten uns, er hielt meine Hand wenn die wehen stärker wurden. Irgendwann war ich so erschöpft und gleichzeitig auch entspannt, dass ich fast einschlief. Lexi legte sich ebenfalls ein wenig hin um Kraft zu sammeln. Irgendwann entschied Chris, dass ich lange genug in der Wanne war und kontrollierte wieder meinen Muttermund. Dort hatte sich kaum etwas getan, wir waren ziemlich frustriert! Ich zog meinen Bademantel an und Chris ließ mich die Treppen in den Keller hoch und runter laufen. Noch nie in meinem Leben habe ich so geschwitzt! Immer oben angekommen gab es einen Apfelschnitz zur Stärkung aber mir war so schlecht, ich wollte einfach nicht mehr diese Treppen laufen. Auch Chris hatte irgendwann Mitleid mit mir und sah wieder nach meinem Muttermund. Es war wieder kaum vorangegangen und ich war langsam schon echt verzweifelt. Ich wanderte ins frisch bezogene Bett und ließ dort einige wehen kommen und gehen. In der Zwischenzeit war der nächste Morgen angebrochen und Chris‘ wohlverdienter Urlaub stand an. Ich wusste Katharina würde kommen und sie ablösen. Das war in Ordnung, wir freuten uns sie zu sehen und fühlten uns trotz des Wechsels sehr wohl. Mit Katharina ging dann auch der Marathon an Geburtspositionen weiter. Vom Boden aufs Bett, in der Seitenlage, auf den Rücken, auf den Hocker, im Stehen. Alles kam dran und ich war so dankbar um Lexi der mich durch jede Wehe begleitete, mich festhielt, mich aufmunterte und gut zuredete. Zwischendrin musste ich gefühlt 100 mal auf die Toilette und im Geburtshaus ging der Betrieb wieder los. Katharina gab sich unglaublich viel Mühe, dass ich immer ungestört auf mein Lieblingsklo, an der Eingangstür gehen konnte. Lexi ging irgendwann zum Becker Brezeln holen. Ich bekam aber außer einem Hanuta kaum etwas herunter. Von den wehen war mir unglaublich schlecht und ich war so erschöpft dass ich in den Pausen immer wieder einschlief. Als Katharina den Muttermund checkte, war dieser bei guten 3 cm, für mich eine vernichtende Zahl nach den Anstrengungen der vergangenen Stunden. Aber ich wollte auf keinen Fall in die Klinik. Ich hatte mir so sehr gewünscht Bela im Geburtshaus auf die Welt bringen zu können! Katharina bat mich darum einige wehen nicht mitzupressen um ein wenig Kraft zu sammeln und irgendwann entschied sie, nachdem sie mit Inna Rücksprache gehalten hatte meine Fruchtblase platzen zu lassen. Sie meinte die Anstrengung die ich aufbringen müsste um sie zum Platzen zu bringen wäre zusätzlich zu viel. Ich weiß noch wie irritiert ich war, dass kein Fruchtwasser kam, aber ich war zu erschöpft um weiter darüber nachzudenken. Ich wünschte mir einen Kaiserschnitt, eine PDA, eine Adoption, einfach ein Ende dieser Geburt! Irgendwann nach gefühlten weiteren hundert Positionswechseln bat ich erneut darum nach dem Muttermund zu schauen. Neun Zentimeter. In dem Moment kam Katharina mir vor wie ein Engel! Lexi und ich schauten uns an und lachten und weinten, es war so ein wunderbares Gefühl! Ich hatte zum Glück keine Ahnung, dass es sich danach noch ewig ziehen würde. Nach jeder Wehe änderten wir die Position aber irgendwann war mein Körper einfach zu erschöpft für weitere wehen. Ich presste wenn ich dachte es könnte passen.. Inna und eine Praktikantin waren in der Zwischenzeit dazu gekommen und waren eine tolle Unterstützung. Ich hörte Katharina und Inna über die sichtbaren Haare von Bela sprechen und ich erinnere mich so gut an den unglaublichen Schmerz als das Köpfchen anfing seinen Weg nach draußen zu arbeiten. Sie gaben mir einen Spiegel um zu sehen was passierte aber ich sah nur wie der Kopf vorkam und sofort wieder ein wenig zurück rutschte. Inna und Katharina versicherten uns, dass Bela mich damit vor Geburtsverletzungen schonen würde. Ich hatte allerdings so Angst vor den Schmerzen und dem langsamen vorangehen, dass ich fest damit rechnete ins Krankenhaus zu müssen. „sobald wir hier Haare sehen, wird niemand mehr verlegt“ waren Innas Worte auf meine Angst und tatsächlich war ich danach beruhigt! Sie schlugen mir vor nochmal zu knien um die Schwerkraft als Hilfe zu bekommen und tatsächlich, nach einigen Wehen lag plötzlich um 17 Uhr unser Sohn zu meinen Füßen! Mit ihm das ganze Fruchtwasser. Ich weiß noch wie ich ihn ansah und es war dieses Gefühl von Glück, Erschöpfung und Überforderung in mir. Ich bat Katharina ihn mir ins Bett zu tragen weil ich ihn nicht hochnehmen konnte. Wir legten uns ins hin und unser Bela schlief sofort auf meiner Brust ein. Die ganze Geburt über war sein Herzschlag so kräftig und stark, er hat mir soviel Mut gemacht weiterzumachen und am Ende war er mindestens so erschöpft wie wir! Katharina und Inna ließen uns unseren Raum und ganz in Ruhe wurde sich um alles gekümmert.
Ich bin so unglaublich dankbar für Chris, Katharina und Inna, die diese Geburt für uns zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht haben. Es wurde immer auf unsere Bedürfnisse und Wünsche geachtet und wir haben uns in keiner Sekunde unwohl gefühlt. Wir waren in wundervollen Händen und ich hatte mir keinen schöneren Ort als das Geburtshaus vorstellen können um mit unserem Sohn ins Leben zu starten. Es war anstrengend, emotional, lustig, frustrierend und ich würde mir es immer wieder im Geburtshaus und begleitet von diesem Team wünschen. Ich hatte so Sorge vor den ganzen Dingen die eine Geburt so mit sich bringt. Dass es mir unangenehm sein könnte aber um alles wurde sich so professionell und selbstverständlich gekümmert, dass ich selber kaum etwas davon mitbekam.
Mein größter Dank geht aber an Lexi, der so unfassbar Stark war und keine Sekunde von mir gewichen ist. Der im Wochenbett nicht nur ein Baby versorgt hat sondern auch eine von dieser Geburt wirklich geschwächte Mutter. Mit dir würde ich noch eine ganze Horde Kinder auf die Welt bringen!

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Leonie Alma
23.05.2022 um 06:46 Uhr
Amira Sophie
21.05.2022 um 18:17 Uhr


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