Aurora Maria

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Menschen – Menschen wie Pia

 

Je näher die heißersehnte Geburt unseres dritten Kindes nahte desto mehr nahm auch meine Hoffnungslosigkeit zu, da eine Entbindung in der Klinik für mich definitiv keine Option war!

Doch was tun?!

Meiner Hebamme war das Risiko einer weiteren Hausgeburt zu hoch, dazu später, noch dazu war sie selbst schwanger, welch tolle Nachricht. Und mit meiner Vorgeschichte kam das Geburtshaus auch nicht in Frage…

Wider besseres Wissen kontaktierte ich dieses vor Weihnachten dennoch. Und dann ereignete sich für mich einfach ein unglaubliches Wunder:

Ich erhielt sofort die Rückmeldung, dass der Termin geblockt sei. Dann wurde im neuen Jahr das erste Telefonat geführt woraufhin der erste Termin zur persönlichen Vorstellung vereinbart worden ist. Diesen Termin werde ich so schnell nicht wieder vergessen. Ich wurde gefragt, ob ich eine Nachrückerin der Warteliste sei, dem war nicht so. Damals wurden bereits die Geburtstermine für September geplant (Termin bei uns war im April). Ich fing an von den Fakten der ersten zwei Geburten zu erzählen:

Nach der ersten Geburt landete ich in der Notaufnahme in Tübingen. Die Plazenta wollte sich nicht lösen was mit einem hohen Blutverlust einherging. Meine Hebamme hatte die Situation immer unter Kontrolle. In der Klinik wurde es dann kritisch.

Bei der zweiten Geburt war die Situation etwas entspannter. Meine Hebamme war sich nicht sicher, ob sich die Plazenta vollständig gelöst hatte. Da es zur verstärkten Blutung kam wurde aufgrund der Vorgeschichte erneut der Notarzt gerufen. Dieser überlies es dann mir, ob ich zur Kontrolle in die Klinik wollte, wofür ich mich entschied, oder nicht. Dieses Mal ging es nach Herrenberg. Auch dort herrschte Unsicherheit über die Vollständigkeit meiner Plazenta. Ich landete wieder im OP, was sich als richtig herausstellte.

Daraufhin ein erstauntes: Und du wurdest dennoch zu einem Termin ins Geburtshaus eingeladen?!, von Pia.  Ja, und ich konnte mein Glück kaum fassen. Doch der Dämpfer kam. Fälle wie mich gehören ins Krankenhaus. Ich sagte mit Tränen in den Augen zu meinem Mann: Lass uns gehen, ich habe es dir doch gesagt… Dann kam ein: Halt! Warte! Erzähle!

Also fing ich nochmals an zu erzählen. Dieses Mal wie es mir in der Klinik ergangen ist und was sich alles zugetragen hatte unabhängig von Zahlen, Daten, Fakten und Schubladen. Auch, dass die ersten Geburten zuhause wunderschön waren und ich mir eine Geburt woanders einfach nicht vorstellen kann.

Und ich bekam das OK von Pia und die Rückmeldung es werde sich eine Lösung finden lassen ohne mich oder unser ungeborenes Kind zu gefährden. Sie müsse den Fall nochmals im Team besprechen. Nach einem professionellen Risikomanagement kam am 18.04.2023, zwei Wochen nach Geburtstermin, unsere Tochter ohne Komplikationen zur Welt. Die Überweisung der Frauenärztin für die Klinik trug ich bereits seit 1 ½ Wochen mit mir herum. Gut, dass ich nicht auf diese zurückgriff, denn dann wäre ich mit Sicherheit ein drittes Mal im OP gelandet.

Die Atmosphäre im Geburtshaus war einfach klasse. Es war alles sehr liebevoll und geschmackvoll hergerichtet und auch der Zuspruch während der Geburt und in meinem Fall besonders in der Nachgeburtsphase war bestens. Es lief alles mit solch einer Souveränität, Professionalität und Selbstverständlichkeit ab, dass man das einfach selbst erlebt haben muss, um es glauben zu können. Ich bin dankbar und glücklich mein drittes Kind auch selbstbestimmt und mit mir vertrauten Menschen auf die Welt gebracht zu haben. Es geht auch ohne Klinik, selbst wenn von (fast) allen das Gegenteil behauptet wird. Man muss nur das Glück haben die richtigen Menschen zu treffen.

Danke Pia für deinen Mut, deine Selbstsicherheit und dein Vertrauen diesen Weg mit uns zu gehen. Danke auch an Chris, die alles mit verantwortet hat und uns als zweite Hebamme unterstützt hat.

 

 

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